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Para-Reiseführer: Magischer Mittelrhein von Ulrich Magin

Der Anblick des majestätischen Vater Rheins kann einem je nach Wetterlage schon das Fürchten lehren. Doch Autor Ulrich Magin hat noch mehr Gruseliges und Geheimnisvolles zu einem Teil dieses Gewässers zusammengetragen: „Magischer Mittelrhein – Mystische Orte und unheimliche Ereignisse am Rhein zwischen Mainz und Köln“ heißt sein Buch von 2015 (Regionalia Verlag). Magins Buch ist eine paranormale Insel in der touristischen Fachliteratur-Flut. Dort habe ich mich dankbar niedergelassen, um einzutauchen in die unheimlichen Geschichten rund um „meine Region“.

Von wegen unnützes Wissen: Magischer Mittelrhein

Paranormale Reiseführer sind selten, wirklich gute kaum zu finden. Die meisten Bücher gehen über Folklore, Drachen-Sagen und Hexenprozesse kaum hinaus. Ulrich Magin hat sie jedoch alle: Seeungeheuer, Nixen, Spukgestalten, Geisterschiffe, Außerirdische und noch einiges mehr, die in Teilen von Rheinland-Pfalz, NRW und Hessen ihr Unwesen treiben. Im Rhein-Wasser selbst und in den angrenzenden Ortschaften ist tatsächlich so einiges passiert: Wal-Sichtungen auf dem ganzen Rhein, Marien-Erscheinungen in Köln, UFOs über dem Westerwald und Bad Neuenahr. Dabei entlarvt er auch so manche Zeitungsenten und falsche Spukgeschichten – denn es geht nicht nur um die unkommentierte Auflistung von mystischen Begebenheiten, sondern darum, wie wir (in verschiedenen Zeitaltern) mit der Wahrheit oder dem Übernatürlichen umgehen.

Magische Trivia für Touristen oder Einheimische

Wer sich also auf eine Rhein-Reise begibt oder wie ich gern kleine Ausflugsfahrten in der Umgebung macht, nimmt den „Magischen Mittelrhein“ mit. Da das Buch thematisch strukturiert ist, hilft ein Blick ins Ortsregister, um nach den entsprechenden Städten zu suchen. Für unterwegs hat das etwa 160 Seiten dicke Hardcover ein praktisches Format. An der guten Bebilderung, die oft vom Autor selbst stammt, wird deutlich, dass Magin beste Ortskenntnisse hat. Das Recherche-Handwerk beherrscht er ebenso, denn er zitiert viele Originalquellen. Die Mühe über das Internet hinaus zu recherchieren, wird immer mehr zur kostbaren Tugend. Außerdem schreibt Magin sympathisch, kurzweilig und feinsinnig-humorvoll. Page-Turner-Potential.

Horrorshow-Fazit

„Magischer Mittelrhein – Mystische Orte und unheimliche Ereignisse am Rhein zwischen Mainz und Köln“, Regionalia Verlag 2015, Gebunden, 7, 95 Euro – schon jetzt einer meiner liebsten Reiseführer. Der erste Teil hat konnte mich am meisten fesseln, über die letzten Themen wie die Römer und Vulkane in der Rhein-Region weiß ich schon genug. In Kombination mit den besonderen Naturphänomene runden die Kapitel den Band jedoch schön ab. Für mich gibt es nur ein Mini-Manko: Die Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub ist zwar auf dem Cover abgebildet, aber eine schaurige Legende gibt es dazu leider nicht. Wenn einer von euch was Magisches über die Burg zu erzählen weiß: Her damit!

Alter Bekannter: über Ulrich Magin

Ulrich Magin kenne ich als Deutschland-Korrespondent des britischen Magazins „Fortean Times“. 1997 hat er selbst eine Biografie über Charles Fort verfasst („Der Ritt auf dem Kometen“), mit dessen Werk sich die Zeitschrift orientiert (dazu demnächst mehr). Außerdem ist Ulrich Magin Autor für die Zeitschrift SKEPTIKER, herausgegeben von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). In meiner Bibliothek finden sich von ihm noch „Trolle – Yetis – Tatzelwürmer“ (C.H. Beck Verlag 1993) und „Von Ufos entführt“ (C.H. Beck Verlag 1991).

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