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50 Jahre „Erinnerungen an die Zukunft“: Erich von Däniken im Live-Stream

Erich von Däniken live beim Vortrag in Kaiserslautern oder per Live-Stream aus London direkt in mein Wohnzimmer? Ich habe mich für Letzteres entschieden und mit einem 15-Pfund-Ticket den Zugang zum Jubiläums-Event am 15. Oktober 2016 gesichert: die „Erich von Daniken Legacy Night“. Vor 50 Jahren hat der damalige Hotelier mit der Erstellung seines Buches „Erinnerungen an die Zukunft – Ungelöste Rätsel der Vergangenheit“, engl. „Chariots of the Gods“) begonnen. An Enthusiasmus hat von Däniken nichts eingebüßt und füllt gute zwei Stunden mit seinen Erkenntnissen – für sein Werk gibt es an diesem Abend sogar noch einen Ehrenpreis.

Von Däniken prägt Generationen

Zu Kritikern habe er jetzt ein besseres Verhältnis und würde sich mit Ihren Argumenten auseinandersetzen, formuliert es der 81-Jährige diplomatisch im Interview. Seit 50 Jahren hat der Schweizer mit den Alien-Theorien sicherlich gelernt, einiges einzustecken. Viel geändert hat er an seinen Thesen trotzdem nicht.

Im Grunde ist der Vortrag, den von Däniken tapfer auf Arnold-Schwarzenegger-Englisch (großer Wortschatz, eigenwillige Aussprache) hält, sein Best Of. Das meiste kenne ich eben aus „Erinnerungen an die Zukunft“ und seinem Vortrag in der Wetzlarer Stadthalle Ende der 1990er. Neu ist mir die Präsentation mit Computer-Simulationen. Immerhin – Stoff und Vortragender sind wirklich sehr einprägsam! Wie für viele (ältere) Leser-Generationen war von Däniken für mich eine der ersten Berührungen mit einem, der so leidenschaftlich für eine etwas andere Geschichtsschreibung einsteht.

The Godfather of the Ancient Alien Theory“

Abgedreht oder nicht, eines kann man von diesem Mann nicht behaupten: Das er sich auf die faule Haut legt und seinen Ruhestand genießt. Von Däniken hält weiter fleißig Vortragsreisen, ist auf der ganzen Welt unterwegs, schreibt neue Enthüllungsbücher, gibt Interviews und steht für neue Dokumentationen vor der Kamera… Wenn er über die Orte spricht, an denen unsere Vorfahren die Alien-Besuche dokumentiert haben, kann man sich ganz gut vorstellen, wie der wissensdurstige Erich dort seine eigenen Forschungen angestellt hat.

Wann wird die Bibel endlich korrekt (im Hinblick auf die Alien-Botschaften) übersetzt? Wem gilt das Monument der Cheops-Pyramide tatsächlich – wann werden die Kamera-Roboter in den letzten Winkel vordringen? Wie könnten die Aliens mit Menschen-Frauen Sex haben, wenn wir nicht ihrem Vorbild entsprächen? Warum existieren von Australien bis nach Mexiko gigantische Abbildungen von Astronauten, die nur von oben sichtbar sind?

Das sind solche Rätsel der Vergangenheit, mit denen sich nur wenige Menschen so ungeniert befassen wollen. Natürlich muss ich zugeben, dass sie mich genauso faszinieren wie Mythen oder mein Horoskop – als Unterhaltung mit dem prickelnden „Was wäre, wenn es stimmt“-Faktor. Seit einem halben Jahrhundert nimmt Erich von Däniken dafür in Kauf als Pseudo-Wissenschaftler, abgedrehter Verschwörungstheoretiker und Schlimmeres bezeichnet zu werden. Ich muss zugeben, irgendwie habe ich davor trotzdem Respekt.

Erich von Däniken – monumentales Vermächtnis

An seinem Jubiläums-Abend in London stellt von Däniken klar, dass er nicht gegen die Vorstellung von Gott ist und auch keine eigene Religion gründen möchte. Er meint hingegen, dass die Zeit nun reif ist, die Spuren zu entschlüsseln, die die Außerirdischen bei unseren Vorfahren hinterlassen haben. Wir seien die Adressaten, denn zu ihrer Zeit hätten die Menschen damit noch gar nichts anfangen können (daher dieDeutung als Götter oder Engel) – wir mit unserer technischen Entwicklung jedoch schon. Deshalb sollten wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass vielleicht bald Besuch ins globale Haus steht, der über umstrittene UFO-Sichtungen hinausgeht.

Das Ganze könnte eine gute Promotion für THE ARRIVAL (Kinostart: 10. November 2016) werden. In einem Einspieler nach Dänikens Vortrag wird dann auch mit den harten Fakten deutlich gemacht, wie viel Einfluss der Schweizer im literarischen und kommerziellen Sektor hatte: 70 Millionen verkaufte Bücher, 40 Publikationen in 32 Sprachen, Filmemacher von George Lucas über Steven Spielberg und Chris Carter, die Inspiration in seinen Thesen gefunden haben. Wenn er dafür nicht den neu ins Leben gerufenen Preis „Star Citizen Award“ verdient hat…

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