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Horror Nights: Halloween im Europapark 2016

Mimi auf den Horror Nights 2016? Ja, tatsächlich habe ich mich endlich überwunden, meine Komfortzone verlassen und mich den Erschreckern und Horrorhäusern im Europapark Rust gestellt. Und ich bin wirklich froh darüber! Natürlich hatte ich auch im Halloween-mäßig geschmückten Park meinen Spaß – hier mein Erfahrungsbericht.

Mimi und die Erschrecker

Das wird keine Liebe mehr, nicht mal Hass-Liebe, Freund- oder Bekanntschaft. Ich mag Erschrecker einfach nicht. Ich mag es nicht, wenn mir Zombies ins Gesicht schnappen und hinterher rennen. Ich sehe auch nicht gerne zu, wie Horror-Clown und Kettensägen-Punk eine Frau terrorisieren, obwohl sie schon zusammengekrümmt am Boden hockt – und auf den fiesen Metzger kann ich auch verzichten. ABER: Ich muss zugeben, dass ich trotzdem eine tolle Zeit bei den Horror Nights im Europapark hatte. Wie kann das sein? Ich erklär’s Dir, lies weiter!

Zur Einstimmung vorweg der offizielle Horror Nights 2016 Trailer:

10. Horror Nights im Europapark Rust

„Entdecke Deine Grenzen“, wirbt der Europapark für die Horror Nights. Eigentlich kenne ich meine Grenzen: Die sind beim Horror-Filme schauen, Bücher lesen und gruselige Orte bei Tageslicht besuchen sehr sehr weit gefasst. Und sie hören bei Erschreckern auf! Imaginären Schrecken liebe ich, aber vor kostümierten Menschen habe ich Angst, weil sie darauf aus sind, Angst zu verbreiten. Den Film kann ich an und aus machen, mit der Person vor mir muss ich mich auseinandersetzen.

Weil ich neugierig bin, dieses Blog habe und eine unerschrockene, liebe Freundin zum Händchen halten dabei war, nahm ich nun doch all meinen Mut zusammen. Zugeben muss ich allerdings, dass ich direkt nach der ersten „Scare Zone“ dachte, ich fahre den Rest des Abends lieber Achterbahn im Dunkeln. „Off Limits“ war für mich das effektivste Schock-Erlebnis, dabei ist es so simpel: Durch den Lumpen-Vorhang geht es hinein in den düsteren Outdoor-Bereich. Klar, weiß ich, dass hinter jedem Verschlag ein Untoter warten kann – und verschütte trotzdem mein ganzes Mut-mach-Bier, als der erste hervorspringt. Dann kommen gefühlt hundert Hände von überall her und besagter Zombie schnappt mir so nah am Auge vorbei, dass ich panisch los flitze. Das spornt ihn zu einer Verfolgungsjagd über das Labyrinth hinaus an. Ein gelungener Start in seinen Abend, fast das Ende meines Abends.

Horror Nights: Wovor hast Du Angst?

Angst, Alpträume, Phobien – bei keinem sind sie gleich. Deshalb ist die offizielle Altersempfehlung für das Event („ab 16 Jahren“) ebenso unbrauchbar wie die Angaben des „Angstfaktors“ von mittel bis sehr hoch. Die Scare Zone der Untoten hat den Angstfaktor mittel, das Maze „Nightmare – Revenge“, das wir als nächstes begehen, ist mit „sehr hoch“ bewertet. Was mich dort hineintreibt nach dem ersten Angst-Erlebnis? Ganz einfach, drei Erschrecker, die uns in der Warteschlange terrorisieren. Das Haus ist quasi die Rettung, um vor Metzger und Horror-Clowns zu fliehen. Klar erschrecke ich mich auch im Haus, aber im Vergleich ist das eher ein Spaziergang. Meine Alpträume sehen nämlich ganz anders aus.

Aufgrund von persönlichen Abneigungen entscheiden wir uns auch dafür, nicht in die Höhle der Horror-Clowns (Maze „Big Shoe Casino“) zu gehen. Stattdessen wagen wir uns noch in den „Temple of the Undead“ und „The Cave – Unleashed“ – mein Favorit des Abends, weil mir das Höhlen-Szenario am besten gefallen hat und die Kreaturen echt ekelhaft waren (guter Stoff für meine Alpträume). Sehr effektiv gewirkt, haben die Abschnitte, in denen es stockdunkel und es eher um das Fühlen ging. Ansonsten setzen die Horrorhäuser stark auf Schrecken, aber die Atmosphäre und vielen Details der Dekoration entgehen uns trotzdem nicht. Schön auch die Idee der Organisatoren, neben dem zeitgemäßen Schrecken eine traditionelle Geisterbahn aufzustellen, das war eine vergleichsweise sehr entspannte Fahrt.

Den Schrecken in den Häusern mildert, dass der Einlass grüppchenweise erfolgt und der Durchlauf recht zügig geht. So lässt es sich immer wieder hinter fremden Rücken verstecken – wobei uns kein tapferer Ritter je seinen Schutz angeboten hat. Selbst die noch so harten Typen kamen mal ins Zittern oder zeigten zumindest gehörigen Respekt.

Straffer Zeitplan für die Horrorhäuser

An diesem Abend machen wir typische Anfänger-Fehler, die uns wertvolle Zeit kosten: Wir finden uns nicht gleich zurecht, unterschätzen die Warteschlangen, gehen in ein paar der normalen Park-Attraktionen und fallen auf die Table-Dance-Show „Horror on Ice“ rein. Sexy ja, aber Horror? Dafür müssen wir nicht die Horror Nights besuchen. So schaffen wir es leider nicht mehr ins Jubiläums-Maze „10“ und brauchen gar nicht erst überlegen, ob wir noch Geld ausgeben für das Excape Game „The Mansion“. Also merken: Pünktlich sein, Horrorhäuser zu erst, denn es ist schneller 23 Uhr, als Du denkst.

Horror Nights – große Verwirrung beim „Ersten Mal“

Die Organisation im Vorfeld und vor Ort macht es einem Besucher wirklich nicht leicht. Beim Kartenkauf musst Du schon viele Entscheidungen treffen: Willst Du nur zur Horror Night oder ein Kombi-Ticket mit Parkeintritt? Das Kombi-Ticket bitte – Ach sorry, das wird aber leider nicht im Park-Hotel verkauft. Häh? Also dann doch die teure Variante. Dazu vielleicht noch das Express-Ticket für 50 Euro, um nicht an den Schlangen anstehen zu müssen und/oder noch zusätzlich das Escape Game „The Mansion“ machen für 20 Euro extra? Für fünf Euro tanzt Du noch eine Runde im Vampire’s Club – aber nicht an allen Tagen…

Die anfängliche Verwirrung riss vor Ort nicht ab: Da wir als Hotelgäste per Bahn in den Park gefahren sind, kamen wir sozusagen durch den Hintereingang ins Horror-Land (aber nur über Umwege, da die Bahn den eigentlichen Stopp nicht angefahren hat – warum wusste keiner). In diesem Bereich keine Beschilderung und nur wenig hilfreiches (aber immerhin nettes) Personal… Die erste halbe Stunde mehr oder weniger verschenkt. Auf dem Rückweg wurde uns sogar gesagt, die Bahn würde gar nicht mehr zu den Hotels fahren in der Nacht – was nicht der Fall war. Trotz Jubiläumsjahr also seltsamerweise kein reibungsloser Ablauf. Nächstes Jahr wissen wir, wo’s lang geht.

Halloween im Europapark

Der Europapark macht mich echt glücklich, auch die Woche nach Halloween ist hier alles noch im Grusel-Style geschmückt – sogar in unserem Hotel. Laut eigenen Aussagen 180.000 Kürbisse kommen dafür zum Einsatz, dazu Skelette, große böse Maiskolben, Augäpfel und Lichter in den Bäumen und vieles mehr. Die Dekorateure beweisen Kreativität, Humor und Können. Auch einige der Fahrgeschäfte sind auf Halloween umgetrimmt worden. Keine Frage, es handelt sich dabei um familienfreundlichen Schauer, ebenso bei den Wagen und Kostümen der früh-abendlichen Halloween-Parade.

Besonders atmosphärisch: der kleine „Jack the Ripper“-Rundweg. Über einen Teich mit Skelett-Mumien in Sarkophagen führt ein verschlungener Pfad. Nebel, die Gräber der Prostituierten und Wasserspiele sind nicht genug. Hier begegnen wir auch dem Geist einer der unglücklichen Frauen und am Schluss blockiert der Ripper persönlich mit Messer bewaffnet den Weg.

Mein Highlight: das Fahrgeschäft Geisterschloss, dessen Pforten ebenso wie die des Geschäfts „Der kleine Horrorshop“ das ganze Jahr über geöffnet sind. Hier zeigt sich, wie bei den Horror Nights und der Deko, dass der Europapark sehr viel Mühen (und wohl auch finanzielle Mittel) in die Details steckt. Nicht mal nach der zweiten Fahrt habe ich es geschafft, alle „Nebensächlichkeiten“, Film- und Kunstzitate zu erhaschen. Zu schnell geht es vorbei an Frankensteins Labor und dem Friedhof mit den Grabräubern. Besonders originell finde ich den Totentanz von Hieronymus Bosch ähnlichen Figuren – inklusive Einhorn-Mensch-Hybrid – um eine festliche Tafel. Eine echte Freunde für alle Horror-Kultur-Fans.

Horrorshow-Fazit

In gewisser Weise hat mich dieser Besuch der 10. Horror Nights im Europapark bekehrt. Ich mag Erschrecker nicht, aber ich weiß jetzt, dass man bloß nicht vor ihnen davon laufen sollte. Das Event an sich ist so oder so eine aufregende Erfahrung. Die Illusionen und das körperliche Erleben der Horror-Welten bringen eine ganz andere Art von Kick als jede Achterbahn. Jetzt ist meine Neugier geweckt – der Europapark ist schließlich nicht die einzige Location für Horrorhäuser und Grusel-Labyrinthe. Auch wenn ich glaube, dass diese Vorlage schwer zu toppen sein wird. Ich fühle mich mutig genug für die nächste Herausforderung und gestehe: Es fühlt sich im Nachhinein einfach zu gut an, sagen zu können: „I survived.“

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