Monate: Januar 2017

Fantasy Filmfest White Nights 2017: THE VOID und mehr

Draußen ist es arschkalt und drinnen ganz schön blutig: Bei den Fantasy Filmfest White Nights in Frankfurt gab es im Januar 2017 echt was zu sehen: PREVENGE, SAFE NEIGHBORHOOD und THE VOID hatte ich mir rausgesucht und wurde (fast) nicht enttäuscht. Trailer und eine Kurzkritik zu den ganz unterschiedlichen Streifen findest Du hier. New Flesh: THE VOID Ich fange hinten an und muss sagen, die Fantasy Filmfest White Nights 2017 habe ich etwas ratlos gelassen. THE VOID war ein harter Brocken für meinen Abschluss, der mich in den ersten 30 Minuten absolut elektrisiert hat. Vom Festival als ernst, hart und dreckig angekündigt, war ich wohl nicht die Einzige, die große Erwartungen hatte. Und zum Anfang wurden die auch voll erfüllt: Die Referenzen zu den Großen 1980er Jahren Horrorfilmen von HELLRAISER bis THE THING sind eindeutig und erfreuen das Horrorfan-Herz durch die geschickte Kombination und vor allem, den Mut zu echten Abgründen. Zur Story: Der Zuschauer wird mitten hineingeworfen in eine Story voller Geheimnisse, bei der Tote zu schrecklichen Monstern mutieren, eine Handvoll Menschen mit ihnen …

Geistergottesdienst in Vianden, Luxemburg und Deutschland

„Der Tag ist für dich, die Nacht ist für mich“, sagt der Geist und versetzt damit den ungebetenen Gast in Angst und Schrecken. Das ist der Kern der Sage um den Geistergottesdienst, der sich unter anderem in der Neikiirch Sankt Rochus in Vianden, Luxemburg, abgespielt haben soll. Was dahinter steckt, erzähle ich Dir hier. Spuk in der Neikiirch, Vianden Nikolaus Gredt hat die Spuk-Geschichte in seiner Sammlung „Sagenschatz des Luxemburger Landes“ aufgenommen: Eine alte, fromme Schullehrerin aus Vianden wollte ihren Bruder besuchen, jedoch zuvor noch zur Frühmesse in die Neikiirch gehen. Als sie aufwachte, schien der Mond hell und es fiel ihr gar nicht auf, dass es noch mitten in der Nacht war. Sogar die Tür der Kirche war geöffnet, also trat sie ein und nahm Platz. Nach einer kurzen Weile erschien ein langer, dünner Mann am Altar und zündete die Kerzen an. Sie ging zu ihm und frage: „Geht die Messe bald los?“ Da drehte er sich um und entgegnete unwillig: „Der Tag ist für dich, die Nacht ist für mich.“ Sie lief erschrocken …

Angst vorm Altwerden: Filmkritik zu The Taking of Deborah Logan

„Nicht schon wieder ein Found-Footage-Film!“ Kannst Du sie auch nicht mehr sehen? Dann bist Du hier falsch, denn ich kann gar nicht genug von den „Wackelkamera-Filmen“ bekommen. Ich nehme liebend gern bei den Dreharbeiten von den meist jungen Filmcrews teil, so auch beim ambitionierten Projekt, das der Ausgangspunkt von THE TAKING OF DEBORAH LOGAN (2014) ist: Für ihre Doktorarbeit begleitet Mia eine ältere Frau, die an Alzheimer leidet. Als wäre die Krankheit nicht furchteinflößend genug, stellen die Beteiligten fest, dass hinter dem rapiden Verfall der Frau noch etwas anderes, sehr Böses stecken muss. THE TAKING: Silversurfer und Bodyhorror Zugegeben, die Storyline der Besessenheit reißt wohl kaum einen Horror-Fan vom Hocker. Schlangenkult und Kinderopfer sind eine durchschnittlich interessante Hintergrundgeschichte, die noch dazu recht stiefmütterlich behandelt wird. Die Filmemacher haben sich wohl darauf verlassen, dass die vordergründigen Angst-Elemente genug zünden. Und das stimmt tatsächlich: Wie oft hast Du schon gehört, dass Menschen behaupten, sie hätten mehr Angst vorm Älter- und Krankwerden als vorm Tod an sich? Und Deborah Logan muss gleich mit beidem klar kommen. Im Trailer …

Winter-Grusel-Land: Rezension von Peter Straubs Geisterstunde

Bis letztes Jahr war ich komplett ahnungslos: Obwohl sich Leser seit 1979 bei Peter Straubs Roman „Ghost Story“ gruseln – und bereits 1981 die gleichnamige Verfilmung (deutscher Titel: ZURÜCK BLEIBT DIE ANGST) mit Altstar Fred Astaire folgte, war mir dieses Werk bis dahin völlig unbekannt. Wie ist’s bei Dir – schon gelesen oder gesehen? Falls nicht, nenne ich dir im Folgenden viele Gründe, warum die Geschichte definitiv Platz 1 auf meiner Winter-Horror-Buch-Liste einnimmt und Du Dir „Geisterstunde“ (so der deutsche Titel) nicht entgehen lassen darfst. Erzähl‘ mir was zum Gruseln Draußen heult der kalte Wind, drinnen brennt ein Feuer und von innen wärmt Dich außerdem ein Glas Hochprozentiges – Du sitzt zusammen mit Deinen besten Freunden und Ihr erzählt Euch düstere Geschichten. Kann es etwas Schöneres geben? Wenn Deine Freunde mal keine Zeit haben, gesell Dich zu den Charakteren aus Peter Straubs „Geisterstunde“. Die sind zwar schon in die Jahre gekommen und leicht exzentrisch, jedoch eine mehr als unterhaltsame Runde für eine mehr als außergewöhnliche Geistergeschichte. Die spielt zum einen in einem waschechten Winter im …