Allgemein, Bücher
Schreibe einen Kommentar

Top 10 Audio-Horror: Klassische Grusel- und Geistergeschichten zum Hören

Stop, wait and listen: Grauen für die Ohren geht besonders unter die Haut – deshalb habe ich für Dich zehn meiner liebsten Grusel- und Geistergeschichten herausgesucht, die es natürlich auch zu hören gibt. Seitdem sich der Creepypasta-Trend größter Beliebtheit erfreut, gibt es neben den professionell erstellten Horror-Hörspielen und -Hörbüchern ebenso gute Vertonung klassischer Geschichten von Privatpersonen. Hier habe ich Dir eine gute Mischung zusammengesucht aus englischen, amerikanischen (im Original) und zwei deutschen Horrorstorys – alle über YouTube hörbar.

1. The Monkey’s Paw (1902) von William Wymark Jacobs

„The Monkey’s Paw“ („Die Affenpfote“) ist bei weitem meine Lieblings-Gruselgeschichte: Eine mumifizierte Affenpfote erfüllt seinem Besitzer drei Wünsche, doch nicht immer auf angenehmen Wegen. Als Kolonialoffizier Sergeant Major Morris der Familie White dieses kuriose Stück übergibt, müssen die Whites erfahren, auf welche schreckliche Weise so mancher Wunsch erfüllt wird. Eine ganz klassisch gestrickte Geschichte, die Horror entstehen lässt, ohne derbe Details – hauptsächlich durch die Imagination des Hörers/Lesers.

2. The Tell-Tale Heart (1843) von Edgar Allan Poe

Es ist schwer, nur eine einzige Geschichte aus dem Werk des Altmeisters Edgar Allan Poe herauszustellen. „The Tell-Tale Heart“ („Das verräterische Herz“) hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt, was sicherlich an der Erzählperspektive liegt: Der Ich-Erzähler nimmt den Leser/Hörer mit auf eine Reise in den Wahnsinn. Nach dem Mord an einem alten Mann, hört er, das Herz des Toten in seinem Grab unter dem Fußboden weiter schlagen.

Das musst Du Dir unbedingt anhören, vor allem, weil Horrorfilm-Legende Christopher Lee die Story liest.

3. The Empty House (1906) von Algernon Blackwood

In „The Empty House“ („Das leere Haus“) wagt sich eine Hobby-Spiritistin mit ihrem Neffen in ein typisches Spukhaus, das bereits viele andere Besucher zu Tode erschreckt hat. Das unheimliche Geschehen hat seine Wurzeln in einem grauenvollen Verbrechen, das dort geschah. Mit Geschichten von Algernon Blackwood liegst Du immer richtig, wenn Du nach atmosphärischem Grusel suchst. Er ist ein Meister der Beschreibung und baut geschickt Spannung auf.

4. The Dunwich Horror (1929) von H.P. Lovecraft

Auch H.P. Lovecraft hat so viele geniale Kurzgeschichten und Novellen verfasst, dass mir die Auswahl schwerfällt. „The Dunwich Horror“ („Das Grauen von Dunwich“) gilt als die wichtigste Geschichte in Bezug auf den von ihm kreierten Cthulhu-Mythos. Es geht um den seltsamen Außenseiter Wilbur Whateley, der mit seinem spirituell bewanderten Großvater ein Monster in Schach hält. Nach dem Tod seines Opas will Wilbur im „Necronomicon“ Hilfe finden, doch sein Scheitern wird zur Bedrohung für die gesamte Gemeinde.

5. The Signalman (1866) von Charles Dickens

Charles Dickens ist mehr für seine großen Romane bekannt, dabei versteht er auch etwas von schauerlichen Kurzgeschichten. In „The Signalman“ („Die Warnung“) geht es um einen Bahnwärter, der wiederholt eine Geisterscheinung sieht, die sich durch das Läuten einer Glocke ankündigt. Danach kommt es immer zu einem Unfall oder (Zug-)Unglück. Doch der Bahnwärter findet nie heraus, wie er die Katastrophe verhindern kann – auch nicht, als es um sein eigenes Leben geht.

6. Der Sandmann (1816) von E. T. A. Hoffmann

Kindheitstrauma, Alchemie und die Liebe zu einem künstlichen Menschen – E.T.A. Hoffmann packt in seinen kurzen Schauerroman viele spannende Elemente und Themen und vor allem die tragische Hauptfigur des Studenten Nathanael, die an den jungen Werther erinnert. Immer wieder lesens- und hörenswert!

7. The Lottery (1948) von Shirley Jackson

Die sehr effektive Kurzgeschichte „The Lottery“ („Die Lotterie“) von Shirley Jackson habe ich erst kürzlich entdeckt. Darin geht es um ein Ritual, das ein Dorf in den USA jährlich abhält. Das nahende Unheil baut langsam die Spannung auf, weil immer deutlicher wird, dass sich keiner darum reißt, diese Ziehung zu gewinnen. Mit vielen kleinen Details macht die Autorin die Grundstimmung in der Gemeinde spürbar.

8. Das Bettelweib von Locarno (1810) von Heinrich von Kleist

Heinrich von Kleist ist einer meiner liebsten, deutschen Autoren. Seine Geschichte „Das Bettelweib von Locarno“ gehört mit etwa 7 Spielminuten in die Kategorie „kurz und gut“. Im Haus der Marquise und des Marchese kommt eine alte Bettlerin ums Leben, die daraufhin im Schloss spukt. Da sie ihr Anwesen verkaufen wollen, müssen die Eheleute sich dem paranormalen Phänomen stellen – leider mit keinem guten Ausgang.

9. The Body-Snatcher (1884) von Robert Louis Stevenson

Der schottische Autor Robert Louis Stevenson ist dafür bekannt, dass er sich gern mit zwielichtigen Gestalten abgegeben hat. Zu seiner Zeit hatte die Medizin einen hohen Bedarf an Leichen für ihre Studien, diese wurden zum Teil von Friedhöfen gestohlen – oder es wurde für deren Beschaffung getötet. Die Geschichte handelt von zwei Medizinstudenten, die an solchen Machenschaften beteiligt sind.

10. The Canterville Ghost (1887) von Oscar Wilde

Etwas Leichtes zum Abschluss: In Oscar Wildes Geistersatire „The Canterville Ghost“ („Das Gespenst von Canterville“) sind die neuen, amerikanischen Besitzer eines britischen Anwesens wenig beeindruckt von ihrem übernatürlichen Mitbewohner. Im Gegenteil: Hier lernt der Geist selbst das Fürchten.

Falls Dir mehr nach lesen ist: Hier habe ich 10 Horror-Literatur-Klassiker zusammengestellt, die es kostenlos für den Kindle gibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.