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Fantasy Filmfest Nights 2017: PET und EAT LOCAL

Für die Fantasy Filmfest Nights 2017 hatte ich leider nicht genug Zeit, da wir demnächst umziehen. Mit meiner Filmauswahl war ich nicht so richtig glücklich, aber immerhin: Endlich habe ich PET gesehen, von dem ich schon so viel (Kritisches) gelesen habe. Außerdem war ich super gespannt auf den britischen Vampir-Film EAT LOCAL von Schauspieler Jason Flemyng (BELOW, FROM HELL…). Wie die beiden bei mir abgeschnitten habe, liest Du hier.

PET (2016)

PET ist wieder so ein Film, den man kaum spoilerfrei beschreiben kann – nicht mal in so einer Kurzfassung: Seth (Dominic Monaghan) ist ein Angestellter im Tierheim, Single und ein Abziehbild-Loser. Als er seiner ehemaligen Mitschülerin Holly (Ssenia Solo) begegnet und hinter ihr düsteres Geheimnis kommt, findet er seine Bestimmung: Er will die blonde Schönheit retten, indem er sie in einem verlassenen Teil des Tierheims in einen kleinen Käfig steckt.

Damit habe ich schon den ersten Plot-Twist vorweg genommen: Die Angebetete ist kein unschuldiges Lamm, der verliebte Trottel (jedenfalls anfangs) noch kein Psycho-Stalker. Doch das ist nicht das Ende dieses Machtspiels, bei dem die Rollen von Opfer und Täter ständig hin- und herwechseln.

PET hat viele schlechte Kritiken gekriegt, nicht ganz ungerechtfertigt. Auch für mich ist die Horror-Thriller-Story etwas zu verdreht. Die Sympathien für die Hauptdarsteller bleiben durch das ständige Verwirrspiel auf der Strecke. Ein bisschen mehr Psychoterror und Realismus hätte der Umsetzung außerdem gut getan – selbst der abgebrühtesten Frau traue ich nicht zu, dass sie es nur in Hemdchen und Slip wochenlang in einem Metallkäfig aushält, ohne nach Decke und Kleidern zu verlangen. Von nicht fettendem Haar und nicht wachsender anderer Körperbehaarung sollte ich wohl gar nicht erst anfangen. Das Schicksal der beiden war mir daher recht egal, zu sehr waren sie Kunstkonstrukte.

Aber als eine Art düsteres postmodernes Märchen oder auch Parabel auf Liebe und Machtspiele in Beziehungen kann PET bei mir noch als „ganz okay“ durchgehen und zumindest eine Szene bleibt mir als sehr gelungen und intensiv in Erinnerung. Trotzdem habe ich mir schon beim Anschauen immer wieder gewünscht, der Film hätte sein Potential besser genutzt.

Hier der Trailer zu PET:

EAT LOCAL (2017)

Von modernen Beziehungen zu modernen Vampiren: In EAT LOCAL treffen sich acht Vampire in einem abgelegenen Farmhaus, die das englische Jagdrevier unter sich aufgeteilt haben. Aufgrund eines Regelverstoßes wird einer von ihnen aus dem Weg geschafft und ein neues (noch unwissendes) Mitglied soll aufgenommen werden. Aber das Militär, ein Pharma-Unternehmen und die blutrünstigen Farmbesitzer funken den Vampiren in dieser Nacht kräftig dazwischen.

Normalerweise liebe ich Horror-Trash, aber bei diesem Film war ich wohl nicht richtig in Stimmung. EAT LOCAL erinnert ein bisschen an BAD TASTE (1987) von Peter Jackson: Viele lustige Details, viel Liebe für den Horror, aber eben auch noch eine gewisse Unausgegorenheit. Vielleicht liegt es auch daran, dass Regisseur Jason Flemyng (genau, der Schauspieler) und Autor Danny King für die Umsetzung und Finanzierung etwa 10 Jahre gebraucht haben – irgendwo unterwegs ist die Stringenz des Films wohl verloren gegangen. Immer wieder muss der Zuschauer zum Beispiel in etwas ermüdenden Szenen das Militär dabei beobachten, wie es das Farmhaus beobachtet. Die Action-Handbremse wird zwar im zweiten Teil gelockert, aber richtig Fahrt nimmt der Streifen nicht mehr auf.

Trotzdem: EAT LOCAL macht Spaß, weil er eben nicht zu dem Vampir-Einheitsbrei aus Übersee gehört, sondern etwas britischen Charme verspürt. Ich sage jedoch nur „etwas“, weil es auch noch charmanter gegangen wäre und ich noch schwärzen Humor erwartet hatte. Die Frauenfiguren finde ich alle ziemlich gelungen, aber bei den Männern hätte es für mich gern noch etwas origineller sein können.

Und hier der Trailer zu EAT LOCAL:

FANTASY FILMFEST SOMMER 2017

Die Termine für das Fantasy Filmfest im Sommer und die ersten drei Titel stehen übrigens schon. Auf der offiziellen Fantasy Filmfest-Seite erfährst Du mehr. Ich weiß jetzt schon, in Frankfurt schaue ich mir vom 14. bis 24. September auf jeden Fall AUTOPSY OF JANE DOE (2016) an.

 

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