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Monster-Ausstellung im Teylers Museum Haarlem, Niederlande

„Monsterdieren – echt of niet?“ heißt die geniale Ausstellung im Teylers Museum, die Du unbedingt anschauen solltest, wenn Du bis zum 10. Juni 2018 einen Trip nach Haarlem, Niederlande, planst. Altbekannte Monster in moderner und detailreicher Präsentation – ein Highlight nicht nur für Crypto-Zoologen. Aber auch der Besuch dieses herrlich historischen Allerlei-Museums lohnt sich. Was ich dort alles entdeckt habe, erzähle ich Dir hier.

Monster-Treff in den Niederlanden

Echt oder nicht? fragt die familienfreundliche Monster-Ausstellung in Haarlem. Auf keinen der Großen müssen die Besucher verzichten: die klassischen Mittelalter-Monster Einhorn und Drache treffen auf lebendige Urzeit-Tiere, Nessie, Bigfoot und Yeti. Die kleinen Besucher dürfen anhand von Fotos entscheiden – handelt es sich um reale Monster wie rätselhafte Tiefsee-Fische oder um geschickte Fälschungen?

Beim Besuch stellt sich noch eine andere, persönliche Frage: Woran will ich glauben? Welche Geschichten gefallen mir so gut, dass ich will, dass sie wirklich sind? Als ich zum Beispiel in dem kleinen Projektionsraum mit Waldtapete wieder und wieder den Patterson-Gimlin-Bigfoot-Film geschaut habe, konnte ich mich einfach nicht den Skeptikern anschließen – für mich ist nicht 100-prozentig geklärt, was und wer auf diesem Streifen zu sehen ist. So bleibt das wohlige Kitzeln, was eine solche Ausstellung nur bringen kann, wenn wir uns von den übertragenen Storys ein bisschen naiv faszinieren lassen.

Monster-Spaß für Groß und Klein

Die Ausstellung präsentiert moderne Museumsdidaktik at it’s best – nicht zu viel Multimedia, aber abwechslungsreich genug. Für unsere Familie ging das Konzept auf, die Kleine ließ sich ebenso begeistern wie wir Großen. Monster sind eben für jedes Alter der Stoff, mit dem man sich bestens unterhalten lässt. Welches Kind geht nicht durch die Dino-Phase? Wie groß ist der Wunsch, dass es die Urzeit-Tiere auch heute noch geben könnte? Klar, dass es bei den Betrachtungen gleichzeitig viel um Zeitgeist, Medien, Filme, Kunst aber auch um das Thema Natur geht. Es macht traurig sich zu überlegen, welche Tiere wohl in Zukunft aussterben bzw. wiederentdeckt werden müssen wie der Tasmanische Tiger.

Ein modernes Fabeltier habe ich jedenfalls neu kennengelernt: den Alpen-Fake der Gemse, die Eier legt. Und dass Einhörner bereits in der Bibel erwähnt wurden, wusste ich bis zur Ausstellung auch noch nicht.

Leider, leider kann ich nicht gut genug Niederländisch, um die Ausstellung komplett zu genießen. Nicht alle Texte wurden auf Englisch übersetzt und der begleitenden Katalog auch nicht. Also habe ich ihn eher wegen der „schönen Bildchen“ gekauft.

Historismus im Teylers Museum Haarlem

Das Museum bietet ein geniales Setting für ein solches Monster-Treffen. Bei Teylers trifft Naturkunde auf Kunst, Fossilien, Mineralien, technische Apparate, Münzen, Utensilien von Magiern und manches Kuriosum. Seit der Gründung 1778 gehört eine wissenschaftliche Bibliothek zum Museum, die bei unserem Besuch leider nicht zugänglich war.

Der oldschool-Charme der Räume lebt vom historischen Gebäude, nicht nur der sogenannte ovale Saal im neoklassizistischen Stil wirkt wie eine kleine Zeitreise. Auch die alten hölzernen Vitrinen, der Mosaikboden, die handgeschriebenen oder mit der Schreibmaschine getippten Erläuterungen neben den Ausstellungsstücken machen das Flair aus. Sie vermitteln einen längst vergessenen Entdeckergeist und Art der Faszination, die es in der digitalisierten Welt nicht mehr gibt. Auch in den Gemälde-Räumen lässt es sich gut zur Ruhe kommen – nur keine Eile, das Museum ist nicht zu überladen, Du kannst Dir für alles viel Zeit nehmen.

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